Endlich ist der Frühling da! Die Sonne scheint und die Temperaturen krabbeln deutlich über zehn Grad. Die Vögel zwitschern als ob sie die Sinne damit herauslocken wollen und überall regt sich das Leben. Aufgrund unseres Auszuges im Oktober habe ich sogar schon angefangen meine inzwischen schon verblühten Krokusse auszugraben. Der Rest kommt nach und nach, denn schließlich will ich im nächsten Jahr schon in Boke alles schön bunt haben.
Sonntag bekommt unser Kleiner das erste mal Möhrchen. Wir sind schon ganz gespannt wie Tristan darauf reagieren wird. Und wenn ich so an die letzten Monate mit ihm denke, dann kann ich mir den kleinen, mondgesichtigen Mann gar nicht mehr wegdenken. Auch wenn der Anfang schwer und ich körperlich lange total geschwächt war, hat sich inzwischen endlich alles eingerenkt, die Koliken sind vorbei, ich bin soweit wieder fit und unsere kleine Familie ist richtig zusammen gewachsen. Tristan kann von Woche zu Woche mehr. Mal blubbert er neue Laute, heute hat er sich das erste mal von alleine auf die Seite gedreht und sein Lachen und Lächeln sind das Wunderbarste auf der Welt.
Früher habe ich immer gedacht: ” Jaja, ihr Eltern, Kinder sind zwar schön und süß, aber was ist der Zauber daran?” Ich weiß es bis heute nicht, aber die enge Bindung die man zu seinem Kind aufbaut, die alles bisher erlebte überragt, ist wie eine Droge von der man erstmal nicht genug bekommen kann. Die Natur hat das schon gut eingefädelt. Und wie jedes andere Elternpaar sagen auch wir: “Unser Sohn ist das schönste, das liebste und das beste Kind von allen!”
Und einerseits denke ich mir immer noch: Mann, bist du noch klein. Und im nächsten Moment kann ich es garnicht erwarten, sich endlich mit dir zu unterhalten, mit dir zu basteln und über die Wiese zu laufen. Und dann überlege ich noch mal scharf und flüstere ihm leise ins Ohr: “Warte bitte doch noch ein bisschen mit dem groß werden. Es ist gerade so schön!”
